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Von der Werkbank zum Code – Wie RPTU und SmartFactory-KL die Industrie-4.0-Steuerung der Zukunft definieren.

Software Defined Industry: RPTU und SmartFactory-KL demonstrieren IT/OT-Konvergenz vor SPS-Messe Nürnberg

Montageroboter - Symbolbild · envato.com

Die SmartFactory-KL bereitet gemeinsam mit Forschungspartnern wie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU, Lehrstuhl WSKL) und Industriepartnern ihren Auftritt auf der Automatisierungsfachmesse SPS 2026 (24.–26. November, Halle 6, Stand 130) vor.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte „Software Defined Industry“. Ihr Grundgedanke: Funktionen einer Maschine sollen weniger eng an eine bestimmte Hardware oder Steuerung gebunden sein. Modulare Softwarebausteine, offene Schnittstellen und digitale Zwillinge sollen es ermöglichen, Produktionssysteme flexibler zu verändern und Komponenten unterschiedlicher Anbieter miteinander zu verbinden.

Technische Grundlage ist die Open SmartFactory Architecture. Sie soll die klassische Produktionstechnik, auch Operational Technology oder OT genannt, mit der Informationstechnik verbinden. An dem Messeauftritt sind neben der RPTU und ihrem Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Steuerungen unter anderem das Fraunhofer IESE, German Edge Cloud und Yaskawa beteiligt.

Was der Ansatz für KMU verändern könnte

Für mittelständische Fertigungsbetriebe könnte eine stärkere Trennung von Maschinenhardware und Software neue Möglichkeiten eröffnen. Produktionsabläufe ließen sich im Idealfall anpassen, ohne komplette Anlagen auszutauschen. Offene Schnittstellen könnten außerdem die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringern und den Datenaustausch zwischen Maschinen, Unternehmenssoftware und digitalen Zwillingen erleichtern.

Das ist auch für Betriebe aus der Südpfalz relevant. Maschinenbau, Zulieferer und andere produzierende Unternehmen stehen dort vor der Aufgabe, vorhandene Anlagen zu modernisieren und unterschiedliche Steuerungssysteme miteinander zu verbinden. 

Gerade in bestehenden Fabriken ist die Umstellung anspruchsvoll. Viele Anlagen arbeiten mit proprietären Steuerungen, deren Schnittstellen nicht ohne Weiteres geöffnet oder ersetzt werden können. Hinzu kommen Anforderungen an die IT-Sicherheit, mögliche Investitionen und der Bedarf an Fachkräften, die sowohl Produktions- als auch Informationstechnik beherrschen. Aus einer flexibleren Softwarearchitektur folgt daher nicht automatisch eine schnelle oder kostengünstige Modernisierung.

Ob die in Nürnberg gezeigte Architektur dafür bereits unmittelbar einsetzbare Lösungen bietet, lässt sich derzeit jedoch nicht verlässlich beurteilen. Ebenso ist nicht geklärt, welche Bestandteile der Architektur regionalen KMU frei zugänglich sein werden und welche Unterstützung sie bei der Einführung erhalten können.

Der Auftritt auf der SPS ist deshalb vor allem als Demonstration eines technischen Ansatzes zu verstehen. Für Betriebe aus der Südpfalz wird entscheidend sein, ob daraus Lösungen entstehen, die sich sicher, mit vertretbarem Aufwand und schrittweise in bestehende Produktionsanlagen integrieren lassen.

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