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Rhein-Niedrigwasser verteuert Transporte – auch Südpfälzer Unternehmen betroffen

Der Logistikdienstleister Contargo reagiert mit Kleinwasserzuschlägen und besonderen Transportvereinbarungen.

· Südpfalz.com

Der niedrige Wasserstand des Rheins entwickelt sich zunehmend zu einem Kostenfaktor für die Binnenschifffahrt. Der Containerlogistiker Contargo informierte aktuell seine Kunden am über die aktuelle Niedrigwassersituation und die geltenden Kleinwasserzuschläge. Betroffen sind mehrere Rheinabschnitte, darunter die für den Güterverkehr besonders wichtige Engstelle bei Kaub.

Dort lag der Wasserstand am 23. Oktober bei lediglich 28 Zentimetern. Am Sonntagnachmittag, dem 25. Oktober, wurden 35 Zentimeter gemessen. Zum Vergleich: Der sogenannte gleichwertige Wasserstand, eine wichtige Bezugsgröße für die Fahrrinnentiefe, beträgt in Kaub 77 Zentimeter.

Warum der Pegel Kaub für die Südpfalz wichtig ist

Obwohl Kaub rund 180 Rheinkilometer nördlich des Containerterminals Wörth liegt, hat der dortige Wasserstand direkte Bedeutung für den Güterverkehr zwischen der Südpfalz und den großen Nordseehäfen. Binnenschiffe auf dem Weg nach Rotterdam oder Antwerpen müssen die Mittelrheinstrecke passieren.

Bei Niedrigwasser können die Schiffe nicht mehr vollständig beladen werden. Dadurch sinkt die transportierbare Gütermenge pro Fahrt. Um dieselben Mengen zu befördern, werden zusätzliche Schiffe benötigt – sofern diese überhaupt verfügbar sind.

Besonders relevant ist das für den Wirtschaftsstandort Wörth. Das dortige Contargo-Terminal gehört zu den größeren Standorten des Unternehmens und verbindet die Region per Binnenschiff, Schiene und Straße mit internationalen Transportnetzen. Nach Unternehmensangaben bestehen regelmäßige Binnenschiffsverbindungen nach Rotterdam und Antwerpen.

Höhere Kosten für regionale Lieferketten

Contargo reagiert auf die eingeschränkten Transportmöglichkeiten mit gestaffelten Kleinwasserzuschlägen. Diese werden abhängig vom jeweiligen Pegelstand und den vereinbarten Transportbedingungen erhoben. Bei besonders niedrigen Wasserständen gelten zudem gesonderte Vereinbarungen, wodurch die bisherige Transportplanung für Kunden schwieriger werden kann.

Für verladende Unternehmen aus der Südpfalz bedeutet das zusätzliche Kalkulationsrisiken. Besonders Betriebe mit regelmäßigen Containertransporten über die Seehäfen können von steigenden Frachtkosten betroffen sein. Werden Transporte auf die Bahn oder den Lkw verlagert, hängt die Alternative von verfügbaren Kapazitäten und den jeweiligen Kosten ab.

Wie stark sich das aktuelle Niedrigwasser bereits auf die Transportmengen und Lieferzeiten am Terminal Wörth oder bei Unternehmen im Raum Germersheim auswirkt, ist bislang nicht konkret beziffert.

Wasserstand soll sich etwas erholen

Nach den amtlichen Pegelvorhersagen wird für Kaub in den kommenden Tagen ein leichter Anstieg erwartet. Damit bleibt die Wasserführung jedoch zunächst auf einem niedrigen Niveau.

Für die regionale Wirtschaft zeigt die Situation erneut, wie abhängig internationale Lieferketten von einer zuverlässig befahrbaren Rheinschiene sind. Gerade für industrielle Standorte wie Wörth ist der Rhein nicht nur Verkehrsweg, sondern ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Infrastruktur.

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