Weichenstellung für Landaus Einzelhandelskonzept
Inventur im November 2026: Was die Zählung von Ladenlokalen und Stadtdorf-Leerständen über den Strukturwandel des Südpfälzer Handels verrät.
Landau will im November Geschäfte, Verkaufsflächen und Nutzungen von Erdgeschossen im gesamten Stadtgebiet erfassen. Die Bestandsaufnahme ist vom 2. bis 30. November 2026 vorgesehen und bildet einen ersten praktischen Schritt zur Fortschreibung des städtischen Einzelhandelskonzepts.
Der Stadtrat hatte die Überarbeitung am 26. Mai 2026 beschlossen. Im Sommer beauftragte die Stadt das Dortmunder Planungsbüro Junker + Kruse mit der Erarbeitung. Das Verfahren soll rund eineinhalb Jahre dauern. Über den Beginn der Erhebung informierte die Stadtverwaltung am 8. Oktober.
Das Einzelhandelskonzept dient Landau als städtebauliches Steuerungsinstrument. Es beeinflusst unter anderem, wo sich Handelsbetriebe ansiedeln können, welche Sortimente der Innenstadt vorbehalten bleiben und wie die Nahversorgung in den Stadtdörfern entwickelt werden kann. Die Ergebnisse können deshalb für Händler, Immobilieneigentümer und Investoren ebenso relevant werden wie für neue Wohnquartiere und bestehende Einkaufsstandorte.
Mit der Fortschreibung reagiert die Stadt auf Veränderungen im Handel. Dazu zählen nach ihren Angaben veränderte Kaufströme durch den Onlinehandel, neue Wohngebiete und Leerstände. Die Planung muss unterschiedliche Interessen austarieren: Auf der einen Seite steht der Schutz der Innenstadt, auf der anderen die Entwicklung von Standorten in Randlagen und die wohnortnahe Versorgung der Stadtdörfer.
Das Landauer Einzelhandelskonzept besteht seit 1999. Das Gesamtkonzept wurde zuletzt 2018 angepasst, die Nahversorgung 2020 in einer Teilfortschreibung behandelt. Welche Warengruppen und Kriterien bei der anstehenden Überarbeitung verändert werden sollen, ist bislang nicht konkret benannt. Ebenfalls offen ist, welche Beteiligungsmöglichkeiten für Händler, Verbände und Bürger nach der Bestandsaufnahme vorgesehen sind.
Für den Auftrag an Junker + Kruse liegen keine konkreten Kostenangaben vor. Die Erhebung im November soll zunächst die Datengrundlage für die weitere Planung schaffen.