Daimler-Truck-Führung bekräftigt Investitionsbekenntnis zu Wörth
Daimler-Truck-Vorstand Achim Puchert hält an Wörth als Leit- und Volumenwerk fest.
Daimler Truck will weiter in seine deutschen Werke investieren und hält am Standort Wörth als Leit- und Volumenwerk fest. Das hat Achim Puchert, Daimler-Truck-Vorstand und Chef von Mercedes-Benz Trucks, in einem Medieninterview vom 30. Oktober 2026 bekräftigt. An den Plänen für ein zusätzliches Montagewerk im westtschechischen Cheb hält der Konzern dennoch fest.
Das neue Werk soll nach den Planungen eine Kapazität von rund 25.000 Lastwagen pro Jahr erhalten und mehr als 1.000 Arbeitsplätze schaffen. Teile der Montage aus Wörth und dem türkischen Standort Aksaray sollen nach Cheb verlagert werden. Daimler Truck begründet den Schritt damit, das Stammwerk in Wörth angesichts einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Fahrzeugvarianten entlasten zu wollen.
Für die Südpfalz liegt in dieser Aufteilung die entscheidende Frage: Welche Aufgaben und Produktionsmengen bleiben langfristig in Wörth? Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften sorgen sich um einen schleichenden Beschäftigungsabbau oder eine geringere Auslastung des Werks, wenn konventionelle Montagevolumina nach Tschechien wandern und der Absatz elektrisch angetriebener Lastwagen hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Konkrete Zahlen zu den geplanten Investitionen in Wörth im Vergleich zum Neubau in Cheb liegen derzeit nicht vor. Unklar ist auch, wann erste Montageschritte verlagert werden und wie sich der Aufbau der tschechischen Kapazitäten auf die Wörther Linien auswirken soll. Pucherts Bekenntnis zum deutschen Leitwerk trifft deshalb auf offene Fragen zur künftigen Aufgabenverteilung im Produktionsverbund.
Der Grundsatzbeschluss für Cheb stammt bereits aus dem Frühjahr 2026. Neu ist die Bekräftigung der Standort- und Investitionszusage für die deutschen Werke Ende Oktober.
Puchert verband die Standortdebatte mit den europäischen Klimavorgaben für die Nutzfahrzeugbranche. Er fordert, die CO2-Ziele für Hersteller an den tatsächlichen Ausbau leistungsfähiger Ladepunkte und der Stromnetze zu koppeln. Damit sollen nach seiner Argumentation Strafzahlungen vermieden werden, wenn sich emissionsarme Lastwagen wegen einer unzureichenden Infrastruktur langsamer durchsetzen.