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Zweite Rheinbrücke: Grünes Licht aus Berlin

Bund genehmigt überarbeitete Planungsunterlagen und die aktualisierte Kostenberechnung

Rheinbrücken Karlsruhe Wörth · südpfalz.com

Der Bund hat am 16. September 2026 die überarbeiteten Planungsunterlagen und die aktualisierte Kostenberechnung für die zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe genehmigt. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg können damit die ergänzenden Planfeststellungsverfahren einleiten. Vollziehbares Baurecht besteht allerdings noch nicht.

Das Infrastrukturprojekt ist Teil des geplanten Neubaus der B 293 und soll die B 9 im Raum Wörth/Jockgrim mit dem Karlsruher Straßennetz verbinden. Die neue Brücke ist rund 1,4 Kilometer nördlich der bestehenden Rheinbrücke Maxau vorgesehen. Nach der aktuellen Berechnung kostet das Gesamtvorhaben rund 475 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 149 Millionen Euro auf das eigentliche Brückenbauwerk. Der Bund soll die Kosten vollständig übernehmen.

Die Zustimmung aus Berlin beseitigt eine formale Voraussetzung für die weitere Planung, ist aber noch keine Baugenehmigung. Da die Strecke durch Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg führt, betreiben beide Länder eigene, aufeinander abgestimmte Planfeststellungsverfahren. Für einen Baubeginn muss auf beiden Seiten vollziehbares Baurecht vorliegen.

Planung mit Radverbindung

In die überarbeiteten Unterlagen wurde auch eine Verbindung für den Radverkehr aufgenommen. Dafür soll ein Betriebsweg auf der Brücke nach dem Fernstraßengesetz für Fahrräder geöffnet werden. Die länderübergreifende Radverbindung war zuvor ein Streitpunkt und Gegenstand gerichtlicher Vergleiche.

Das Vorhaben soll eine zusätzliche Straßenverbindung über den Rhein schaffen. Die bestehende Rheinbrücke Maxau gilt als stark belastetes Nadelöhr zwischen der Südpfalz und Karlsruhe. Für Berufspendler und Unternehmen im Raum Wörth ist sie eine zentrale Verkehrsachse. Befürworter verbinden mit dem Neubau deshalb die Erwartung, die bestehende Verbindung und angrenzende Orte vom Verkehr zu entlasten.

Gegen das Projekt gibt es weiterhin Einwände. Umweltverbände warnen vor Eingriffen in geschützte Rheinauen und bezweifeln, dass eine weitere Straßenverbindung die Verkehrsprobleme dauerhaft löst. Verkehrsinitiativen sprechen sich stattdessen für einen Ausbau des grenzüberschreitenden Bus- und Bahnangebots sowie für die Sanierung bestehender Infrastruktur aus.

Wie schnell das Projekt nach der Bundeszustimmung vorankommt, ist offen. Termine für die öffentliche Auslegung, die Ausschreibung und einen möglichen Baubeginn liegen noch nicht vor. Auch neue Einwendungen im Zuge der ergänzenden Verfahren sind möglich.

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