Innovationen

Weltklasse-Leichtbau aus Landau: Wickert Maschinenbau holt mit Forschungskonsortium den JEC Innovation Award

Wie erfolgreiche Kooperationen zwischen Forschungsinstituten und spezialisiertem Mittelstand Technologieführerschaft sichern.

Foto (v.l.n.r.): Ralf Neukirchner, Geschäftsführer Wickert Maschinenbau; Martin Messemer, Wirtschaftsreferent Stadt Landau; Dominik Uhl, IHK für die Pfalz; Stephanie Wickert, geschäftsführende Gesellschafterin; Dr. Dominik Geißler, Oberbürgermeister von Landau. · Wickert Maschinenbau GmbH/Zum goldenen Pixel

Die Landauer Wickert Maschinenbau GmbH hat gemeinsam mit mehreren Forschungs- und Industriepartnern den JEC Innovation Award 2026 erhalten. Das Konsortium wurde in Paris in der Kategorie „Automotive & Road Transportation – Process“ für ein Verfahren zur Herstellung von Batteriegehäusen für Elektroautos ausgezeichnet.

Im Forschungsprojekt „GroKuBat“ entwickelte die Gruppe ein Fertigungsverfahren für tragende Batteriegehäuse aus thermoplastischen Faserverbundwerkstoffen. Solche Gehäuse sollen Bauteile aus Aluminium oder Stahl ersetzen können. Nach Angaben aus dem Projekt sind Fertigungszyklen von weniger als zwei Minuten möglich – eine wichtige Voraussetzung, wenn die Technik für hohe Stückzahlen in der Automobilindustrie infrage kommen soll.

Wickert brachte seine Presstechnologie in das Vorhaben ein. Welche konkrete Rolle die Anlagen des Landauer Maschinenbauers beim Erreichen der kurzen Zykluszeit spielten, geht aus den bislang vorliegenden Informationen allerdings nicht hervor.

Federführend beteiligt war die Technische Universität Chemnitz. Zum Konsortium gehörten außerdem Mahle Filtersysteme, Formenbau GF, In2p, Gerlinger Industries und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT. Das Projekt wurde vom zuständigen Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Die Auszeichnung würdigt somit keine alleinige Entwicklung von Wickert, sondern das Ergebnis eines universitären und industriellen Gemeinschaftsprojekts.

Für Wickert ist der Preis vor allem ein technologischer Nachweis in einem Feld, in dem Maschinenbauer, Zulieferer und Forschungseinrichtungen an leichteren Komponenten für Elektrofahrzeuge arbeiten. Ob daraus bereits ein wirtschaftlicher Effekt für das Unternehmen und den Standort Landau entsteht, ist offen. Informationen über Anfragen oder Serienaufträge für entsprechende Pressen liegen bislang ebenso wenig vor wie ein Zeitplan für den Einsatz des Verfahrens bei Automobilherstellern.

Auch die kurze Fertigungszeit allein entscheidet noch nicht über den Erfolg in der Großserie. Faserverbundgehäuse stehen im Wettbewerb mit etablierten Lösungen aus Aluminium und Stahl. Vor einem Serieneinsatz müssen unter anderem Wirtschaftlichkeit sowie die Anforderungen an Sicherheit, Reparatur und Verwertung geklärt werden. Gerade Batteriegehäuse müssen bei Unfällen und im Brandfall hohe Schutzanforderungen erfüllen.

Der JEC Innovation Award zeichnet daher zunächst die technische Entwicklung des Konsortiums aus. Ob das Verfahren den Schritt aus dem Forschungsprojekt in die automobile Serienproduktion schafft und daraus Aufträge für Wickert entstehen, lässt sich auf Grundlage der bisher bekannten Angaben noch nicht beurteilen.

Warum das Thema für die Südpfalz relevant ist:

Wickert Maschinenbau ist ein traditionsreicher Maschinenbauer und wichtiger Arbeitgeber in Landau in der Pfalz. Die Auszeichnung auf der weltweit führenden Composites-Messe unterstreicht die technologische Spitzenposition eines südpfälzischen Mittelständlers in einem strategischen Zukunftsfeld (E-Mobilität, Dekarbonisierung des Transports).

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