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Kaufkraft trifft Anziehungskraft: Warum Landau vom Umland profitiert

Die Südliche Weinstraße liegt beim verfügbaren Einkommen über dem Landesdurchschnitt. In Landau zeigt eine außergewöhnlich hohe Zentralität, wie eng Stadt und Region wirtschaftlich verbunden sind.

Landau bei Sonnenuntergang
Landau bei Sonnenuntergang · Redaktion

Wie stark ist eine Region wirtschaftlich wirklich? Unternehmenszahlen erzählen einen Teil der Geschichte. Einkommen einen anderen. Und in der Südpfalz ergibt sich daraus ein interessantes Bild.

Im Landkreis Südliche Weinstraße standen den privaten Haushalten 2023 durchschnittlich 28.759 Euro je Einwohner zur Verfügung. Damit lag der Kreis über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt von 28.005 Euro. Der Landkreis Germersheim kam auf 27.483 Euro.

Das klingt zunächst nach Statistik. Interessant wird es dort, wo dieses Geld ausgegeben wird.

Landau zieht mehr Kaufkraft an, als die Stadt selbst erzeugt

Landau übernimmt für die Südpfalz die Rolle des regionalen Zentrums – und das lässt sich erstaunlich deutlich messen. Die von der Stadt veröffentlichte Zentralitätskennziffer liegt bei 142,6.

Vereinfacht gesagt: Ein Wert von 100 würde bedeuten, dass sich Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz ungefähr die Waage halten. Alles darüber deutet auf einen Kaufkraftzufluss hin. Mit 142,6 zieht Landau also deutlich mehr Einzelhandelsumsatz an, als allein aus der Kaufkraft der eigenen Bevölkerung zu erwarten wäre.

Auch die Umsatzkennziffer von 141,6 zeigt diesen Effekt. Der von der Stadt ausgewiesene Einzelhandelsumsatz lag 2022 bei rund 396 Millionen Euro.

Das Umland gehört zum Geschäftsmodell der Stadt

Wer an einem Samstag durch die Landauer Innenstadt läuft, erlebt diese Statistik in der Praxis. Die Kundschaft kommt nicht nur aus Landau. Sie kommt aus den Weinorten, aus dem Landkreis Germersheim und aus einem Einzugsgebiet, das weit über die Stadtgrenzen hinausreicht.

Dabei verkauft Landau längst nicht nur Produkte. Gastronomie, Wochenmarkt, Veranstaltungen, Wein, inhabergeführte Geschäfte und die historische Innenstadt verbinden Einkaufen mit einem Aufenthalt. Genau das ist für den stationären Handel entscheidend.

Die hohen Kennziffern sind allerdings kein Beweis dafür, dass der Online-Handel Landau nichts anhaben kann. Sie zeigen vielmehr, dass die Stadt in den ausgewiesenen Datenjahren eine starke Funktion als regionaler Einkaufs- und Versorgungsstandort hatte.

Die entscheidende Frage: Bleibt die Innenstadt relevant?

Für Landau ist diese Position wertvoll – aber nicht garantiert. Innenstädte müssen heute mehr leisten als Verkaufsfläche bereitzustellen. Aufenthaltsqualität, Gastronomie, Veranstaltungen, gute Erreichbarkeit und besondere Geschäfte werden immer wichtiger.

Die Ausgangslage dafür ist ungewöhnlich gut: ein kaufkräftiges Umland, kurze Wege und eine Innenstadt, die bereits heute Menschen aus der gesamten Südpfalz anzieht.

Oder anders gesagt: Landau lebt wirtschaftlich nicht nur von seinen knapp 50.000 Einwohnern. Die eigentliche Stadt ist größer – zumindest wenn man sie nach ihrem Einzugsgebiet betrachtet.

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