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Die Südpfalz wächst – während viele Regionen kleiner werden

Landau, Germersheim und die Südliche Weinstraße entwickeln sich demografisch erstaunlich robust. Doch Wachstum allein löst die Zukunftsfragen der Region nicht.

Der demografische Wandel klingt meistens nach einer ziemlich einfachen Gleichung: weniger Menschen, mehr Ältere, schrumpfende Orte. In der Südpfalz ist die Geschichte komplizierter – und deutlich spannender.

Landau, der Landkreis Germersheim und die Südliche Weinstraße entwickeln sich nach der amtlichen Bevölkerungsvorausberechnung bis 2040 positiv. Ausgehend vom Jahr 2020 steigt die Einwohnerzahl in Landau demnach um rund 2,6 Prozent, im Landkreis Germersheim um etwa 3,8 Prozent und im Landkreis Südliche Weinstraße um rund 2,2 Prozent. Rheinland-Pfalz insgesamt kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von etwa 1,7 Prozent.

Die Südpfalz wächst also nicht allein. Aber sie gehört zu den Regionen, die dem Schrumpfungstrend vieler ländlicher Räume bislang erstaunlich gut widerstehen.

Warum zieht es Menschen in den Süden?

Eine einzige Erklärung gibt es nicht. Landau ist Hochschul-, Bildungs- und Dienstleistungsstandort und zieht damit regelmäßig junge Menschen in die Region. Das Umland bietet gleichzeitig etwas, das in größeren Städten zunehmend knapp wird: Platz, Natur und Wohnorte mit hoher Lebensqualität.

Dazu kommt die Lage. Karlsruhe liegt vor der Haustür, die Metropolregion Rhein-Neckar ist erreichbar, Frankreich beginnt praktisch nebenan. Die Südpfalz funktioniert deshalb längst nicht mehr nur als ländlicher Raum. Sie ist Wohnregion, Arbeitsmarkt und Freizeitlandschaft zugleich.

Genau diese Mischung macht sie attraktiv: morgens Richtung Karlsruhe oder Mannheim pendeln, abends zwischen Weinbergen, Rheinebene und Pfälzerwald nach Hause kommen.

Attraktivität hat ihren Preis

Der Erfolg erzeugt allerdings seinen eigenen Engpass. Wohnen ist auch in der Südpfalz längst kein Selbstläufer mehr. Angebotsdaten von ImmoScout24 zeigen für 2026 im Landkreis Südliche Weinstraße durchschnittliche Kaufpreise von rund 3.423 Euro pro Quadratmeter für Häuser und etwa 2.785 Euro für Eigentumswohnungen.

In besonders gefragten Orten geht es höher. In Maikammer liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Häuser bei gut 4.000 Euro pro Quadratmeter. Die Südpfalz ist damit zwar weit von Münchner Verhältnissen entfernt – aber eben auch nicht mehr automatisch die günstige Alternative.

Mehr Einwohner heißt nicht automatisch jünger

Und noch etwas relativiert die Erfolgsgeschichte: Auch eine wachsende Region altert. Für Landau beispielsweise steigt der prognostizierte Anteil der Menschen ab 65 Jahren von knapp 20 Prozent im Jahr 2020 auf rund 26 Prozent im Jahr 2040.

Die eigentliche Zukunftsfrage lautet deshalb nicht nur: Wächst die Südpfalz? Sondern: Schafft sie genügend Wohnungen, Mobilität, Betreuung, medizinische Versorgung und attraktive Arbeitsplätze für eine Bevölkerung, die gleichzeitig wächst und älter wird?

Genau darin könnte die besondere Chance liegen. Denn anders als viele Regionen muss die Südpfalz den demografischen Wandel nicht aus einer Position des Schrumpfens gestalten – sondern aus einer Position der Attraktivität.

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