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Kapazitätsgrenzen durch Windenergie-Boom und 200-MW-Rechenzentrumsprojekt

Pfalzwerke Netz AG meldet massiven Anstieg der Netzanfragen zwischen 2023 und 2026

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Die Zahl der Anfragen für neue Windenergie-Anschlüsse im Netz der Pfalzwerke ist stark gestiegen. Zwischen 2023 und 2026 wurden nach Angaben der Pfalzwerke Netz AG rund 5.200 Megawatt Anschlussleistung angefragt. In den 20 Jahren von 2002 bis 2022 waren es zusammen rund 7.100 Megawatt.

Diese Zahlen stellte Klaus Zimmer, Bereichsleiter Netzmanagement bei der Pfalzwerke Netz AG, am 13. Oktober beim Wirtschaftsforum in Bad Dürkheim vor. Veranstaltet wurde das Forum vom Landkreis Bad Dürkheim, der Sparkasse Rhein-Haardt und der IHK-Tischrunde Mittelhaardt.

Die Anfragen sind noch nicht mit tatsächlich gebauten Windenergieanlagen gleichzusetzen. Wie viele der Projekte verwirklicht werden und welcher Anteil auf die Südpfalz entfällt, ist derzeit nicht bekannt. Die Größenordnung zeigt jedoch, in welchem Tempo der Bedarf an Netzanschlüssen gewachsen ist.

200 Megawatt für ein Rechenzentrum

Neben neuen Erzeugungsanlagen beanspruchen auch große Stromverbraucher die verfügbare Netzkapazität. Zimmer nannte eine konkrete Anfrage für ein Rechenzentrum mit einer Anschlussleistung von 200 Megawatt. Die Pfalzwerke verglichen dessen rechnerischen Versorgungsbedarf mit dem einer Stadt mit 200.000 Einwohnern. 

Als weiteren Treiber nannte Zimmer Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge. Gerade Ladeanlagen für schwere Lastwagen können hohe Leistungen benötigen. Konkrete Angaben zu Standorten oder zur Zahl solcher Vorhaben wurden nicht genannt.

Für die Südpfalz ist die Entwicklung relevant, weil die Pfalzwerke Netz AG übergeordnete Verteilnetzinfrastruktur in weiten Teilen der Landkreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie im Umland von Landau betreibt. Dort müssen neue Windenergieanlagen, Gewerbe- und Industrieprojekte sowie Ladeinfrastruktur um verfügbare Anschlusskapazitäten konkurrieren. Ob und wo bereits konkrete Vorhaben verzögert werden, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben allerdings nicht beurteilen.

Projektentwickler und Wirtschaftsverbände warnen vor langwierigen Anschlussprüfungen und möglichen Standortnachteilen, wenn Zusagen ausbleiben. Der notwendige Ausbau von Leitungen und Umspannwerken kann seinerseits Konflikte auslösen. Belastbare Investitionssummen und Zeitpläne der Pfalzwerke für zusätzliche Kapazitäten liegen derzeit nicht vor. Offen ist ebenso, wie lange Projektierer gegenwärtig auf eine Netzverträglichkeitsprüfung warten müssen.

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