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Gründerland Südpfalz: Landau stößt Großstädte vom Thron

Die Stadt Landau führt das Städteranking bei Betriebsgründungen ersten Halbjahr 2026 mit 13,4 je 10.000 Einwohner an.

· Unsplash - Redmind Studio

Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz zeigt im ersten Halbjahr 2026 eine klare Tendenz: Während die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen (insgesamt 20.144) spürbar steigt, verlagert sich die Dynamik vor allem in den Nebenerwerb. Dennoch gibt es regionale Leuchttürme mit hoher wirtschaftlicher Schlagkraft. Landau in der Pfalz sticht im aktuellen Bericht des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz als absolute Gründer-Hochburg hervor und verzeichnet landesweit die höchste Intensität bei Neugründungen von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Stadt kommt auf 13,4 Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner und erreicht damit den höchsten Wert aller kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz. Zum Vergleich: Ludwigshafen liegt bei 12,9, Kaiserslautern bei 12,4 und der Landesdurchschnitt bei lediglich 7,4.

Insgesamt wurden in Landau im ersten Halbjahr 276 Gewerbe angemeldet, darunter 64 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch unter Berücksichtigung der Abmeldungen bleibt die Entwicklung positiv: Der Saldo bei wirtschaftlich bedeutenderen Betrieben liegt bei plus 21.

Germersheim mit höchster Gewerbedynamik der Südpfalz

Ein etwas anderes Bild zeigt der Landkreis Germersheim. Hier fällt vor allem die hohe Zahl der Gewerbeanmeldungen auf. Insgesamt wurden 753 Gewerbe neu angemeldet. Das entspricht 58,0 Anmeldungen je 10.000 Einwohner – dem höchsten Wert innerhalb der Südpfalz und deutlich mehr als im rheinland-pfälzischen Durchschnitt von 49,3.

Unter den Neuanmeldungen befinden sich 98 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Mit 7,5 Gründungen je 10.000 Einwohner liegt Germersheim damit ebenfalls über dem Durchschnitt der rheinland-pfälzischen Landkreise von 6,7.

Bemerkenswert ist zudem der Gesamtsaldo: Nach Abzug der Gewerbeabmeldungen verbleibt ein Plus von 239 Gewerben. Das entspricht 18,4 zusätzlichen Gewerben je 10.000 Einwohner.

Südliche Weinstraße stärker von kleineren Strukturen geprägt

Zurückhaltender fällt die Entwicklung im Landkreis Südliche Weinstraße aus. Hier wurden im ersten Halbjahr 487 Gewerbe angemeldet, entsprechend 43,6 je 10.000 Einwohner. Damit liegt der Kreis unter dem Landesdurchschnitt.

Auch bei den größeren Betriebsgründungen fällt der Wert mit 66 Neugründungen beziehungsweise 5,9 je 10.000 Einwohner niedriger aus als in Landau und Germersheim.

Die Zahlen passen zugleich zur Wirtschaftsstruktur des Landkreises. In einer stärker ländlich, touristisch sowie landwirtschaftlich und weinbaulich geprägten Region spielen kleinere Unternehmen, Dienstleistungen und Tätigkeiten im Nebenerwerb traditionell eine größere Rolle.

Drei unterschiedliche Profile innerhalb einer Region

Insgesamt zeigen die Zahlen eine wirtschaftlich aktive Südpfalz – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Landau fällt durch eine außergewöhnlich hohe Quote wirtschaftlich bedeutender Betriebsgründungen auf, Germersheim durch die große Zahl neuer Gewerbe und einen starken positiven Saldo. Die Südliche Weinstraße ist dagegen stärker durch kleinere und dezentrale Wirtschaftsstrukturen geprägt.

Zusammen kamen die drei Teilregionen im ersten Halbjahr 2026 auf 1.516 Gewerbeanmeldungen und 228 Betriebsgründungen mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung.

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