Aktuell

Amazon setzt auf eLKW aus Wörth

Die ersten Fahrzeuge aus Amazons bisher größter Bestellung von Elektro-Lkw wurden übergeben

Auslieferung am Standort Wörth · Mercedes-Benz Trucks
Mercedes-Benz Trucks hat im Werk Wörth am Rhein die ersten 27 batterieelektrischen eActros 600 an Amazon übergeben. Bis Ende 2026 sollen mehr als 50 der in der Südpfalz gebauten Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sein. Für beide Unternehmen beginnt damit ein Praxistest, bei dem neben der Reichweite vor allem die Wirtschaftlichkeit des elektrischen Schwerlastverkehrs zählt.

Die Übergabe gehört zu einer Anfang 2025 geschlossenen Vereinbarung über mehr als 200 eActros 600 für Europa. Der größte Teil ist für Großbritannien vorgesehen: Dort sollen mehr als 140 Fahrzeuge eingesetzt werden, die Auslieferung begann Ende 2025. Amazon will die Lastwagen auf der sogenannten mittleren Meile nutzen, also für Transporte zwischen Logistikzentren.

Der eActros 600 verfügt über eine Batteriekapazität von mehr als 600 Kilowattstunden. Mercedes-Benz Trucks gibt eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern an. Das Fahrzeug ist für den Fernverkehr mit einem Gesamtzuggewicht von bis zu 44 Tonnen ausgelegt.

Ob sich solche Elektro-Lkw im Alltag gegen Dieselmodelle durchsetzen, entscheidet sich allerdings nicht allein an der Reichweite. Elektro-Lkw kosten in der Anschaffung deutlich mehr. Ihre wirtschaftliche Rechnung stützt sich deshalb auf niedrigere Energiekosten im Betrieb und auf die Befreiung emissionsfreier Lastwagen von der deutschen Lkw-Maut. Besonders gut kalkulierbar ist der Einsatz auf festen Strecken zwischen Logistikstandorten, an denen die Fahrzeuge planmäßig geladen werden können.

Amazon kündigt Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro in die Elektrifizierung seiner europäischen Transporte an. Nach Angaben des Unternehmens entfallen davon mehr als 400 Millionen Euro auf Deutschland. Das Geld soll unter anderem in Hunderte Schnellladepunkte an Logistikstandorten fließen. Belastbare Angaben zu den tatsächlichen Stromkosten an diesen Ladepunkten und zum Kostenvorteil je gefahrenem Kilometer liegen bislang nicht vor.

Auch die Größenordnung bleibt einzuordnen: Der Vertrag ist ein wichtiger Referenzauftrag für den in Wörth produzierten Elektro-Lkw. Wie stark er Amazons gesamtes Transportnetz verändert, wird sich erst noch zeigen. Ein großer Teil des Schwerlastverkehrs des Konzerns wird von externen Transportunternehmen erbracht. Offen ist zudem, ob Amazon die deutschen Fahrzeuge selbst hält oder ob Transportpartner beziehungsweise Leasingmodelle beteiligt sind.

Stina Fagerman, Europa-Chefin der Mercedes-Benz Trucks-Vertriebsregion, bezeichnet den Auftrag als Vertrauensbeleg für die Technik. „Wir haben unseren in Wörth am Rhein gefertigten eActros 600 für den anspruchsvollen Fernverkehr entwickelt. Dass Amazon auf unsere Fahrzeuge setzt, unterstreicht das Vertrauen in unsere Technologie und zeigt zugleich, dass die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zunehmend Realität wird. Solche Partnerschaften sind entscheidend, um den Wandel der Transportbranche weiter zu beschleunigen.“
Ihr Hinweis

Kennen Sie ein Thema, über das wir berichten sollten?

Thema vorschlagen →

Mehr aus der Rubrik Aktuell

Aktuell

IHK-Konjunkturbericht Herbst 2026

Die IHK Pfalz hat ihren Konjunkturbericht für den Herbst 2026 vorgelegt. Zwar zeigt sich die Gesamtwirtschaft robuster als zunächst prognostiziert (20 % m…

Südpfalz
Aktuell

Kleine Produzenten, große Märkte

Regional einkaufen heißt "Hofladen" und "Wochenmarkt"? Nicht nur! EDEKA, REWE, WASGAU, Kaufland, Lidl und Aldi haben längst entdeckt, dass Herkunft ein Ve…

SÜDPFALZ.com Newsletter

Die wichtigsten Geschichten per E-Mail.

Regional. Kuratiert. Kostenlos. Jederzeit abbestellbar.

Newsletter verwalten oder abbestellen →